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Deutscher Maschinenbauer rutscht nach 160 Jahren in die Insolvenz

Deutscher Maschinenbauer rutscht nach 160 Jahren in die Insolvenz
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Chemnitz (Sachsen) – Die Zukunft eines 160 Jahre alten Unternehmens wackelt. Weil die Aufträge ausbleiben und die Kosten steigen, musste der Textilmaschinenbauer STC Spinnzwirn Insolvenz anmelden. 140 Mitarbeiter bangen jetzt um ihre Jobs. Mit den Maschinen des Traditionsbetriebs wird unter anderem Kunstrasen hergestellt.

Das Amtsgericht Chemnitz setzte den Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus als vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Der Sanierungsexperte erklärt gegenüber BILD: „Der Kern des Unternehmens ist gesund.“ Er glaube fest daran, dass eine tragfähige Zukunft für STC Spinnzwirn möglich sei. Auch Geschäftsführer Nico Dürrschmidt bleibt zuversichtlich und betont in einer Mitteilung: „Unsere laufenden Kundenaufträge werden weiterhin bearbeitet.“

Warum der Maschinenbauer insolvent ist

Zu den Gründen für die Insolvenz des Unternehmens zählen laut Voigt-Salus auch geopolitische Unsicherheiten wie der Iran-Krieg. Infolgedessen sind die Rohstoffkosten gestiegen und die Aufträge des Maschinenbauers geschrumpft. „Dadurch sind Umsätze und Gewinne stark gesunken“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter zu BILD.

Ziel sei es jetzt, das Überleben des Traditionsbetriebs zu garantieren. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit noch bis Juli gesichert. Das Insolvenzverfahren wird voraussichtlich am 1. August eröffnet.

Unternehmen mit 160 Jahren Geschichte

Der Maschinenbauer wurde 1866 als Carl Hamel AG in Schönau bei Chemnitz gegründet und startete mit sogenannten Ringzwirnmaschinen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Familienunternehmen verstaatlicht. Der VEB Spinn- und Zwirnereimaschinenbau Karl-Marx-Stadt spezialisierte sich in der DDR-Zeit auf Textilmaschinen, vor allem Spul- und Streckzwirnanlagen.

Nach der Wende wurde das Unternehmen wieder privatisiert, nannte sich ab 1991 Barmag Spinnzwirn und seit Herbst 2018 STC Spinnzwirn. Zuletzt stellte es Präzisionsspulköpfe und Anlagen für Kunstrasen und Textilbänder her.

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