Dieser Absturz ist wenig königlich: Das bekannte Schloss Leopoldsdorf ist insolvent. Am Freitag hat das Landesgericht Korneuburg ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung ĂŒber dessen Betreibergesellschaft eröffnet. Die Schulden sollen sich auf satte 12,9 Millionen Euro belaufen. Grund fĂŒr die Millionenpleite ist ein unglĂŒcklicher Dominoeffekt.
In den vergangenen Jahren war das Anwesen in Niederösterreich durch die Lifestyle Realbesitz-Verwertungsgesellschaft mbH & Co KG an unterschiedliche Kunden vermietet worden. Doch mit der Eyemaxx International Holding & Consulting GmbH und der VST Building Technologies AG rutschten im Jahr 2021 gleich zwei prominente Mieter in die Insolvenz. Beide Unternehmen hatten dort BĂŒrorĂ€ume gemietet. Die MietvertrĂ€ge wurden aufgelöst. Neue Mieter konnten seitdem nicht gefunden werden, auch der Versuch das Schloss zu verkaufen blieb erfolglos.
Wer alles von der Pleite betroffen ist
Einem Bericht des Kuriers zufolge sind insgesamt 23 GlĂ€ubiger von der Pleite betroffen. Obwohl sich die Gesamtverbindlichkeiten auf 12,9 Millionen Euro belaufen, sei ein GroĂteil davon hypothekarisch besichert, die Immobilie und das zuerst im 12. Jahrhundert erwĂ€hnte GrundstĂŒck demnach als Sicherheit hinterlegt. Ersten EinschĂ€tzungen zufolge seien daher lediglich rund 366.000 Euro quotenrelevant fĂŒr einen Sanierungsplan.
Was passiert jetzt mit dem Schloss?
Auch nach der Eröffnung des Verfahrens strebt Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Michael Ludwig-Lang zunĂ€chst weiterhin den Verkauf der herrschaftlichen Immobilie an. Interessenten aus dem Ausland gibt es bereits. Wie aussichtsreich die Verhandlungen sind, ist noch unklar. GlĂ€ubiger können ihre Forderungen noch bis zum 2. Juli 2026 anmelden. Die Tagsatzung, also der Gerichtstermin, zu dem das Insolvenzgericht, der Schuldner, der Insolvenzverwalter und die GlĂ€ubiger zusammenkommen, um den Insolvenzfall zu besprechen, ist fĂŒr den 16. Juli geplant.