Berlin – Ein 23-Jähriger wollte seinem Bruder aus der finanziellen Klemme helfen. Der Grund: Die hohen Leasingraten für dessen 5er BMW Competition wurden zur Belastung. Die Lösung des Mannes: Er jagte den Luxuswagen kurzerhand in die Luft. Dann erfand er eine absurde Geschichte über maskierte Täter. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.
Es war der frühe Morgen des 12. September 2025. Der BMW (Neupreis etwa 145.000 Euro) stand geparkt an der Ebersstraße in Berlin-Schöneberg, als sich der 23-Jährige mit zwei Komplizen näherte. Das Trio soll Benzin, das im Wagen gelagert war, in Brand gesetzt haben. Daraufhin kam es zu einer heftigen Explosion, die den Wagen komplett zerstörte. Drei weitere Fahrzeuge und die angrenzende Feuerwache wurden beschädigt.
23-Jähriger erfand wilde Geschichte
Dabei wurde auch der 23-Jährige verletzt. Noch am Ort tischte der Mann den Polizisten eine haarsträubende Lügengeschichte auf: Maskierte Männer hätten den BMW manipuliert und bei seinem Versuch, einzusteigen, zur Explosion gebracht. Die 5. Mordkommission übernahm die Ermittlungen.
Doch die Geschichte war für die Ermittler nicht plausibel. Der 23-Jährige geriet in den Fokus. Am 2. Oktober wurde er mit Haftbefehl festgenommen und in U-Haft gebracht. Nach nur wenigen Tagen gestand er alles.
Leasingrate zu hoch, da zĂĽndete er den BMW an
Er habe nur der Familie helfen wollen, soll er gesagt haben. Bei Gesprächen habe er mitbekommen, dass die Leasingraten (etwa 1200 bis 1800 Euro pro Monat) zu finanziellen Schwierigkeiten geführt hätten. Deswegen habe er sich zu der Tat entschlossen. Er habe gar nicht damit gerechnet, dass der Wagen explodiert. Offenbar wollte er nur einen Brand verursachen.
Ob der Bruder als Fahrzeughalter von den Plänen des 23-Jährigen wusste und sogar involviert war, ist laut Staatsanwaltschaft nicht nachweisbar. Gegen den mutmaßlichen Täter ist jetzt Anklage wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie Brandstiftung und Vortäuschens einer Straftat erhoben worden. Der geständige Angeklagte wurde inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen. Wann es zum Prozess kommt, ist offen.