Washington – Ein Umweltstreit enttarnt ein Staatsgeheimnis: Die USA haben Elon Musks (54) KI-Chatbot Grok im Krieg gegen den Iran eingesetzt. Das verriet jetzt die US-Regierung vor Gericht – zur Verteidigung von Musks KI-Unternehmen xAI im Rahmen einer Umwelt-Klage. Die Klage gegen Gasturbinen eines xAI-Rechenzentrums im Bundesstaat Tennessee bedrohe „die nationale, wirtschaftliche und Energie-Sicherheit“ der USA, heißt es in einer rechtlichen Stellungnahme des US-Justizministeriums, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Sie bedrohe die Versorgung der KI-Infrastruktur, die von der US-Armee genutzt werde.
Als Beleg zitierte das Ministerium den Verantwortlichen für Künstliche Intelligenz (KI) im Pentagon, Cameron Stanley (40). Dieser versichert unter Eid, dass im Rahmen des sogenannten Maven-Projekts ein auf Grok beruhendes Programm namens Grok Gov Model bereits bei der KI-gestützten Zielfestlegung beteiligt gewesen sei. Dies habe es der US-Armee ermöglicht, im Iran-Krieg „binnen 96 Stunden mehr als 2000 Schuss Munition gegen 2000 unterschiedliche Ziele zu richten“.
Viertel mit vorwiegend Schwarzen verschmutzt?
Dies zeige „eine sehr große Steigerung der operationellen Effizienz, die durch das Grok Gov Model ermöglicht wurde“, erklärte Cameron. Ob weitere KI-Programme bei den Angriffen genutzt wurden, teilt der Experte des US-Verteidigungsministeriums nicht mit.
Die Klage richtet sich gegen die Gasturbinen von Colossus 2, einem Super-Rechner von xAI in der Umgebung von Memphis, der Grok trainiert. Die für die Rechte von Schwarzen eintretende Organisation NAACP wirft xAI vor, die Dutzenden Gasturbinen ohne Genehmigung zu betreiben und damit gegen das Gesetz zur Luftreinhaltung zu verstoßen. Insbesondere in vorwiegend von Schwarzen bewohnten Vierteln verschmutzten die Turbinen die Luft, argumentiert die Bürgerrechtsorganisation. xAI hält dem entgegen, die Turbinen seien temporäre mobile Anlagen und unterlägen damit nicht den Regulierungsauflagen.
Zuvor hatte das Pentagon laut „Wall Street Journal“ die KI-Plattform Claude des US-Unternehmens Anthropic im Iran-Krieg genutzt. Konkret half die KI bei Lageauswertung, Zielbestimmung und Kampfsimulation sowie beim Zusammenführen von Satelliten-, Drohnen- und SIGINT-Daten (elektronische Signale). Außerdem unterstützte Claude bei der Beschleunigung von Planungszyklen und beim Durchspielen möglicher Reaktionen des Gegners. Klar gemacht wurde damals aber: Die KI hat keine Waffensysteme gesteuert.