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Rente mit 63: CDU-Wirtschaftsrat fordert Schweitzer zur Abschaffung auf

Rente mit 63: CDU-Wirtschaftsrat fordert Schweitzer zur Abschaffung auf
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Berlin – Neuer Vorstoß im Rentenstreit: Der Wirtschaftsrat der CDU fordert von Arbeitsminister Alexander Schweitzer (53, SPD) in einem Brandbrief die Abschaffung der „Rente mit 63“. Das zweiseitige Schreiben von Generalsekretär Wolfgang Steiger (62, CDU) liegt BILD exklusiv vor. Es wurde nach BILD-Informationen am Mittwoch verschickt. Kopien des Brandbriefs gingen auch an die Fraktionsspitzen sowie die rentenpolitischen Sprecher von CDU, CSU und SPD.

Steiger hält Schweitzer dabei das Gerechtigkeitsversprechen der SPD vor: „Ihre Partei schreibt sich soziale Gerechtigkeit auf die Fahnen.“ Schweitzer habe jetzt „die Hebel in der Hand“, dieses Versprechen einzulösen. Er könne außerdem den „hartnäckigen Vorwurf“ widerlegen, SPD und Arbeitsministerium stünden für „Reformverweigerung“.

Steigers deutliche Botschaft: „Die Abschaffung der sogenannten ‚Rente mit 63‘ wäre dafür ein überzeugender Anfang.“

Fünf Gründe für die Abschaffung der „Rente mit 63“

Der Wirtschaftsrat begründet seine Forderung mit fünf „Ungerechtigkeiten“:

  1. Junge Beitragszahler finanzierten den bis zu zwei Jahre früheren Renteneintritt.
  2. Ärmere Rentner hätten das Nachsehen, weil vor allem Versicherte mit höheren Renten von der Sonderregelung profitierten.
  3. Frauen kämen seltener auf 45 Versicherungsjahre, weil sie wegen der Familie häufiger Pausen im Job einlegen.
  4. Auch Menschen, die gesundheitlich nicht mehr arbeiten könnten, seien benachteiligt. Für sie sei die Erwerbsminderungsrente zielgenauer.
  5. Und Unternehmen verlören erfahrene Arbeitskräfte.

Rund zehn Milliarden Euro je Rentnerjahrgang

Untermauert werden die Punkte in dem Brief mit konkreten Zahlen. So verweist Steiger auf eine DIW-Studie für die Bertelsmann Stiftung: Demnach könnte die Abschaffung der „Rente mit 63“ die öffentlichen Kassen langfristig um rund 9,5 Milliarden Euro je Rentnerjahrgang entlasten – verteilt über Jahrzehnte, nicht pro Jahr.

Auch Zahlen der Deutschen Rentenversicherung führt der Wirtschaftsrat als Beleg an: 2025 begannen 262.361 Menschen eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte – gut 28 Prozent aller neuen Altersrentner. Ihre durchschnittliche monatliche Rentenzahlung lag bei rund 1677 Euro. Das sind nach Berechnungen auf Grundlage der DRV-Statistik rund 67 Prozent mehr als bei den übrigen neuen Altersrentnern.

Jetzt ist Schweitzer gefragt

Die Forderung des Wirtschaftsrats ist nicht neu – vielmehr pocht der Verband auf die Umsetzung der bereits angekündigten Rentenreform. Bereits im Juni empfahl die Rentenkommission ausdrücklich die Abschaffung. Arbeitsminister Schweitzer verwies zuletzt dagegen auf den Koalitionsvertrag, in dem vereinbart wurde, die abschlagsfreie Rente grundsätzlich beizubehalten. Er setzt auf einen Kompromiss.

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