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Reichweite bis nach Moskau: Deutschland plant Hyperschallwaffe

Reichweite bis nach Moskau: Deutschland plant Hyperschallwaffe
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Berlin – Deutschland rüstet auf! Gemeinsam mit Großbritannien will die Bundesregierung neue Präzisionswaffen entwickeln, die Ziele in mehr als 2000 Kilometern Entfernung treffen können. Damit wäre auch die russische Hauptstadt Moskau in Reichweite. Ziel ist es, Europas Verteidigung zu stärken – und bei Langstreckenwaffen unabhängiger von den USA zu werden.

Darüber beraten Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) und sein britischer Amtskollege Wes Streeting (43) am Montag in Berlin. Wie Politico (gehört wie BILD zu Axel Springer) unter Berufung auf interne Unterlagen des deutschen Verteidigungsministeriums berichtet, sind gleich zwei neue Waffensysteme geplant.

Deutschland soll Hyperschallwaffe entwickeln

Die Aufgaben sind bereits verteilt: Großbritannien soll die Entwicklung eines neuen Marschflugkörpers übernehmen. Dieser soll in geringer Höhe fliegen und dadurch für gegnerische Radarsysteme schwer zu entdecken sein. Die Waffe könnte nach den bisherigen Planungen ab 2032 einsatzbereit sein. Deutschland übernimmt dagegen die Entwicklung einer Hyperschallwaffe. Dabei soll eine Rakete zunächst einen Hyperschallgleiter in große Höhe transportieren. Dieser wird anschließend ausgeklinkt und fliegt mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit auf sein Ziel zu. Die Bundeswehr könnte das System nach bisherigen Planungen ab 2035 einsetzen.

Neun Milliarden Euro für deutsche Rüstungspläne

Die Entwicklung dürfte teuer werden. Laut Politico sehen deutsche Haushaltsunterlagen mehr als neun Milliarden Euro an künftigen Ausgaben vor. Ein konkreter Zeitraum wird darin allerdings nicht genannt. Großbritannien hat für sein umfassenderes Raketenprogramm umgerechnet rund 900 Millionen Euro über vier Jahre zugesagt. Welche Unternehmen die neuen Waffen bauen, ist noch offen. Für das deutsche Hyperschallprojekt sollen zunächst zwei Konkurrenten bis 2029 experimentelle Versionen entwickeln: der europäische Rüstungskonzern MBDA und das deutsch-britische Start-up Hypersonica. Erst danach soll über die weitere Entwicklung entschieden werden.

Europa will unabhängiger von den USA werden

Hinter den Plänen steht eine strategische Frage: Wie kann Europa sich verteidigen, wenn es sich nicht mehr uneingeschränkt auf amerikanische Waffen verlassen kann? Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat deutlich gemacht, wie wichtig weitreichende Präzisionswaffen sind. Mit ihnen lassen sich militärische Ziele weit hinter den feindlichen Linien angreifen, etwa Nachschubwege oder Kommandozentralen.

Das gemeinsame Projekt trägt den Namen „Deep Precision Strike“. Allerdings sind noch wichtige Fragen offen. Dazu gehören die industrielle Zusammenarbeit, technische Herausforderungen und eine mögliche Beteiligung Frankreichs. Ob bei dem Treffen in Berlin bereits verbindliche Vereinbarungen geschlossen werden, ist bislang unklar.

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