Politik

Philipp Amthor wird Staatsminister: Per Achterbahn-Aufstieg ins Kanzleramt

Philipp Amthor wird Staatsminister: Per Achterbahn-Aufstieg ins Kanzleramt
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Berlin – Die Politik bietet zweite Chancen – man muss sie nur nutzen. Philipp Amthor ist erst 33 Jahre alt und doch schon mit einer Achterbahn-Karriere in der CDU ausgestattet, die andere Sünder in der Politik hoffen lassen kann. Von „Merkels Bubi“ zum jungen Hoffnungsträger der Konservativen in der CDU – dann der Absturz nach einer Startup-Affäre. Dann aber doch vom Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) als parlamentarischer Staatssekretär ins neue Digitalministerium geschickt. Und die Bewährung offenbar genutzt!

Amthor, bei der alleinerziehenden Mutter aufgewachsen, ist heute blitzbefördert worden – direkt in den Maschinenraum der Großmacht: ins Kanzleramt. Amthor wird neuer Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen. Und noch mehr: Die Jobbeschreibung, die Merz heute Morgen im Garten des Kanzleramtes für Amthor abgab, macht klar, dass Amthor eine Art Neben- oder Mit-Kanzleramtsminister wird! Er soll neben den Bund-Länder-Beziehungen und Digital-Aufgaben auch der neuen Kanzleramtschefin Nina Warken (47, CDU) den Rücken stärken. Das Kanzleramt für Amthor damit: ein Gewächshaus oder eine Reifeprüfung. Schafft der das, kann er ein Großer werden.

Amthor, der Selfmade-Konservative (schon sehr jung Akkurat-Sakko, Einstecktuch und Lineal-Scheitel!), kann das: Fleißbienchen sammeln. Als Jurist (Abschluss „mit Prädikat“), als Abgeordneter und als Digital-Staatssekretär. Als Jungspund im Bundestag ging er gleich in seiner ersten richtigen Rede die AfD dermaßen an, dass der Plenarsaal bebte. Attacke? Kann er. Trotzdem: Lange wurde er als Baby-Konservativer von links belächelt. Vorbei: Amthor ist trotz aller Differenzen inzwischen auch in der SPD anerkannt: zusammenführend, sachlich, immer vorbereitet – und, das wunderte viele bei der SPD ganz besonders: lustig.

Diese Affäre hätte Amthor fast die Karriere gekostet

Dabei stand es mal ernst um ihn und seine Blitz-blank-Karriere: Im Sommer 2020 kam raus, dass sich der damals 27-Jährige für das Start-up Augustus Intelligence beim Wirtschaftsministerium eingesetzt hatte. Dass er gleichzeitig einen Direktorenposten und Aktienoptionen bekam, kostete ihn die Chance, Landeschef der CDU in seiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern zu werden. Amthor musste ins Abklingbecken – und fand 2024 sein Glück bei Freundin Carlotta Voß (33), einer promovierten Althistorikerin.

Wie schon andere Politiker vor ihm (BaWü-Regent Cem Özdemir und seine Bonusmeilen) meldete sich Amthor aus der Warteschleife putzmunter zurück – auf seine Art: Am Wahlabend (23. Februar 2025) sagte er selbstsicher in die BILD-Kamera: Der Merz-Wahlsieg sei Grund genug „für Rambo-Zambo“ (diesen Begriff hatte Merz selbst kurz zuvor in seiner Siegesrede verwandt). Und dazu gehöre „dann auch mal ein Glas Bier“.

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