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„Menschenfreund“!? Das ist Putins blutige Bilanz

„Menschenfreund“!? Das ist Putins blutige Bilanz
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Washington/Moskau – Die Trump-Regierung unternimmt den nächsten Anlauf für einen „Frieden“ im Ukraine-Krieg – doch der US-Sondergesandte für die Verhandlungen zeigte schon bei seiner Ankunft auf russischem Boden am Mittwoch, auf welcher Seite er wirklich steht: auf der des völkerrechtswidrigen Angreifers! Während Kreml-Tyrann Wladimir Putin (74) Nacht für Nacht die Ukraine mit Luftangriffen überzieht, sang Steve Witkoff (69) am Mittwoch folgendes Loblied auf ihn: „Sie reden immer so gerne darüber, welche Menschenfreund mein Präsident Trump ist. Auch Sie sind ein Menschenfreund, Sir, und dafür zolle ich Ihnen meinen Respekt!“

Leichen pflastern den Weg des Russland-Herrschers

Putin ein Menschenfreund? Zynischer geht’s kaum! Seit fast 27 Jahren an der Macht (im Gegensatz zu Wolodymyr Selenskyj, den Trump neulich einen „Diktator“ nannte), pflasterten wohl schon Leichen seinen Weg an die Macht – ein Muster, das sich später verstärkte.

367 Zivilisten starben 1999 bei einer Anschlagsserie, hinter der auch der Geheimdienst FSB (den Putin zuvor leitete) gesteckt haben könnte. Putins Rache folgte prompt mit dem Einmarsch in Tschetschenien – ein Krieg, der nach Schätzung bis zu 80.000 Todesopfer gefordert haben könnte.

Nach dem Kompliment bombte Putin die Ukraine weiter

Die schlimmste Blut-Bilanz Putins erlebt derzeit die Ukraine. Selbst in der Nacht nach dem Witkoff-Kompliment bombardierte der angebliche „Menschenfreund“ die Ukraine weiter. Bilanz: 34 Verletzte, darunter fünf Kinder. Zuvor wurden in Pryluky wurden bei einem Angriff 22 Zivilisten getötet und 45 verletzt. Unter den Toten waren fünf Kinder, darunter drei Babys. Einen Tag später traf eine russische Gleitbombe in Kramatorsk zwei zivile Passagierbusse. Mindestens 33 Menschen starben. In der Region Charkiw starb ein einjähriges Kind nach einem Luftangriff in seinem Kinderwagen!

Gesamt-Bilanz des Ukraine-Kriegs seit 2022: unklar, die Todeszahl dürfte aber in den Hunderttausenden liegen. Bis Ende Juli 2026 hatten die Vereinten Nationen mindestens 16.874 getötete Zivilisten dokumentiert, darunter 820 Kinder. Weitere 51.273 Menschen wurden verletzt. Und: Im Juli 2026 registrierten die UN so viele getötete und verletzte Zivilisten wie in keinem anderen Monat seit März 2022. Dazu kommen aber Hunderttausende tote russische Soldaten, die für kleinste Geländegewinne zu Zehntausenden pro Monat verheizt wurden.

Selenskyj reagiert mit Sarkasmus

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj blieb nicht mehr viel übrig, als mit Sarkasmus zu reagieren. Im Interview mit „abc news“ sagte über sich: „Ich bin ein ganz normaler Mensch. Vielleicht kein so großer ‚Menschenfreund’ wie Putin, aber ich gebe mein Bestes“ – ein klarer Seitenhieb auf Witkoffs Äußerung.

Für diese Russen war Putin kein „Menschenfreund“

Was für ein „Humanist“ und „Menschenfreund“ Putin sein soll (Witkoff benutzte im englischen Original das Wort „humanitarian“), dürften aber russische Oppositionelle wundern. Nur eine Kurzliste der Leute, die Putin im Laufe der Jahre ausschaltete: Überläufer Alexander Litwinenko, der 2006 in London mit Polonium-210 vergiftet wurde. Journalistin Anna Politkowskaja, die kritisch über den Tschetschenienkrieg berichtet hatte und an Putins Geburtstag, dem 7. Oktober 2006, im Aufzug ihres Wohnhauses in Moskau erschossen wurde. Der liberale Anführer Boris Nemzow, der 2015 auf der Großen Moskwa-Brücke im Zentrum Moskaus erschossen wurde. Oder Alexej Nawalny, der trotz eines überlebten Giftanschlags nach Russland zurückkehrte, verhaftet wurde und unter qualvollen Haftbedingungen starb.

Kriegsverbrechen auch im Nahen Osten

Hinzu kommen tödliche Interventionen im Ausland wie der Georgien-Krieg (2008) oder die Unterstützung von Syrien-Schlächter Baschar al-Assad ab 2015, bei dem die russische Armee auch Krankenhäuser ins Visier nahm und Giftgas-Einsätze des Diktators wohlwollend duldete. Bilanz des Bürgerkriegs voller schwerer Kriegsverbrechen im Nahen Osten: Über 500.000 Tote und etwa 12 Mio. Flüchtlinge im In- und Ausland.

Nicht zu vergessen: Den Ukraine-Krieg könnte Putin jederzeit beenden – will er aber nicht. Nach US-Angaben stimmte er aber neuen Gesprächen mit der Ukraine zu. Witkoff dürfte ihm dafür viel versprochen haben.

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