Deggendorf (Bayern) – Es waren zwei grausige Funde: Am 20. September entdeckten Polizisten gegen 0.40 Uhr einen brennenden VW-Bus vor dem Localbahnmuseum in Bayerisch Eisenstein. Und darin die Leiche einer Frau (45). Kurz darauf fanden Polizeihunde den Halter (46) des ausgebrannten Transporters auf einem Naturfriedhof in der Nähe. Es war Patrick G., der Mann der verbrannten Natalia G. Nach BILD-Informationen hatte er zwei Pfeile im Kopf. Doch er lebte.
Einen Monat später ist die Staatsanwaltschaft Deggendorf (Bayern) sicher: Der Autohändler erschoss seine Frau mit einer Armbrust, bevor er das Fahrzeug in Brand steckte. Die Polizei bestätigt den Einsatz einer „Pfeilschusswaffe“.
Ehepaar trennte sich ein Jahr vor dem Mord
Einen Monat später wird Patrick G. immer noch im Krankenhaus behandelt. Dort wurde dem mutmaßlichen Mörder inzwischen ein Haftbefehl verkündet. Er und Natalia G. hatten sich vor etwa einem Jahr getrennt. Die drei gemeinsamen Kinder sollen danach bei ihm und seiner Mutter in einem einsam an der B8 gelegenen Haus gelebt haben. In dessen Umgebung wurde er manchmal mit seinen Hunden gesehen. Kontakte ins Dorf hatte er kaum.
Offenbar wollte er die Trennung nicht akzeptieren. Natalia G., die als Krankenschwester in der Neurologie einer Klinik arbeitete, schrieb wenige Tage vor ihrem Tod auf Facebook: „Ich krieche niemandem in den Arsch und spiele keine Spiele. Wenn du mit mir reden willst, werde ich mit dir reden. Wenn du mich ignorierst, werde ich dich ignorieren. Hör auf, mehr zu erwarten, als du bereit bist zu geben. Du bekommst, was du gibst.“
Polizei suchte mit Drohnen nach Paar
Dann verschwand die in Russland geborene Frau. Und auch der 46‑Jährige. Angehörige erstatteten am 19. September Vermisstenanzeige beim Polizeirevier Plattling. Die Ortung ihres Handys führte die Polizei tief in den Bayerischen Wald. Auch mit Hubschrauber und Drohnen wurde nach der Vermissten gesucht. Dann entdeckte die Streife den brennenden Bully.
Wie Patrick G. seine Ex-Frau in seine Gewalt bekommen und wo er sie getötet haben soll, können die Ermittler bisher nicht mit letzter Sicherheit sagen. Seine Mutter lebt jetzt mit den Hunden allein im Haus an der Bundesstraße. Gegenüber BILD wollte sie sich am Freitag nicht äußern. Wo die Kinder untergekommen sind, ist nicht bekannt.