Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach dem Spahn-Rücktritt die Krise für einen schnellen Befreiungsschlag genutzt.
Die überraschende Kabinettsumbildung ist ein Signal der Stärke – doch der Kanzler geht damit eine riskante Wette auf die Zukunft ein.
Mit der Ernennung von Nina Warken zur ersten Kanzleramtsministerin der Union gelingt Merz ein echter Coup. Er widerlegt das ewige Vorurteil, er habe ein Problem mit Frauen in Führungspositionen.
Warken bringt als erfahrene Politikerin und Ministerin die Qualifikation für die Leitung der Regierungszentrale mit. Sie muss aber nun beweisen, dass sie auch Kanzleramt kann.
Die große Überraschung ist jedoch der Wechsel von Carsten Linnemann ins Gesundheitsministerium.
Merz schickt seinen besten Wirtschaftsreformer in das wohl schwierigste Ressort. Linnemann kann nun nicht mehr nur über Reformen reden – er muss sie umsetzen. Merz traut ihm das offenbar zu.
Er weiß genau, dass er selbst am Ende nur so gut ist wie seine Minister.