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Jobs, Löhne, Preise in Deutschland: Was bedeutet die Trump-Klatsche für uns?

Jobs, Löhne, Preise in Deutschland: Was bedeutet die Trump-Klatsche für uns?
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Berlin – Welche Auswirkungen hat die politische Klatsche für Donald Trump (80) für uns alle in Deutschland? Nach dem Wahldebakel bei den US-Zwischenwahlen schlug der US-Präsident im Gespräch mit Politico (gehört wie BILD zu Axel Springer) plötzlich versöhnliche Töne an. Er wolle mit den Demokraten zusammenarbeiten, „um sicherzustellen, dass in dem Land alles gut geht“. Aber es könnte auch anders kommen! Verliert Trump innenpolitisch an Macht, könnte er umso stärker versuchen, sich außenpolitisch durchzusetzen – mit möglichen Folgen auch für Deutschland.

US-Ökonom Prof. Kenneth Rogoff von der US-Elite-Uni Harvard warnt in BILD, „dass der verwundete Löwe noch gefährlicher werden kann“. Grundsätzlich gebe es vieles, was der US-Kongress gemeinsam tun könne, um „Trumps imperiale Herrschaft“ zu behindern: „Doch leider ist die Außenpolitik der Bereich, in dem der Präsident die größte Macht behält.“ Was bedeutet das für Jobs, Löhne, Preise in Deutschland – und auch für Bundeskanzler Friedrich Merz (70)?

Jobs

Neue Eskalationen im Nahen Osten, in der Ukraine oder im Handelsstreit würden die Unsicherheit für deutsche Unternehmen erhöhen. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer zu BILD: „Trump könnte neue Angriffe auf den Iran befehligen oder zusätzliche Zölle verhängen. Damit steigen auch für Deutschland die Risiken. So könnten höhere US-Zölle zu noch mehr Jobverlusten in der deutschen Industrie führen.“ Derzeit sind knapp drei Millionen Menschen ohne Job, Tausende könnten dazukommen!

ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski ​sieht für den Arbeitsmarkt größere Probleme als Trump – es gehe um strukturelle Probleme: „Druck aus China, hohe Energiepreise, Standortnachteile“, sagt er zu BILD.

Löhne

Wenn Aufträge ausbleiben und Investitionen stocken, sinkt auch der Spielraum für höhere Gehälter. Selbst wenn Trump politisch an Einfluss verlieren würde und damit zur ‚lame duck‘ (dt. lahme Ente) wird, ist laut Brzeski kein schneller Aufschwung zu erwarten: „Für die deutsche Wirtschaft lautet die Nachricht: Es wird nicht schlechter, aber es wird auch nicht schlagartig besser werden.“

Inflation

Eine Eskalation am Golf könnte Öl und Gas verteuern – mit Folgen für Spritpreise, Heizkosten und die gesamte Wirtschaft. Krämer fürchtet, steigende Energiepreise könnten die Inflation noch höher ausfallen lassen. Aber: Eine Befriedung des Konflikts hätte den gegenteiligen Effekt. Brzeski erwartet in diesem Fall, dass die Ölpreise „wieder unter 80 Dollar pro Barrel im nächsten Jahr fallen“. Derzeit liegt der Preis bei 96 Dollar.

Zinsen

Eine steigende Inflation könnte Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank erschweren. Brzeski fürchtet das „Angry-Duck-Szenario“ – also einen wütenden statt geschwächten Trump, der „wieder neue Eskalationen fördert“. Aber: Selbst ein positives Szenario wäre kein wirtschaftlicher Befreiungsschlag für Deutschland. Brzeski ordnet ein: „Strukturell würde sich wenig verändern, aber einen kleinen positiven Konjunkturimpuls könnte man schon erwarten.“ Er fährt fort: „Für die Zinsen könnte es in diesem ,Lame Duck’-Szenario aber schneller wieder nach unten gehen, jedenfalls im Laufe des Jahres 2027, da der Inflationsdruck abnehmen könnte.“ Davon könnten Unternehmen, Kreditnehmer und Bauherren profitieren.

Der Kanzler

Für Bundeskanzler Friedrich Merz bedeutet der Wahlausgang: Er muss sich in den nächsten zwei Jahren auf einen angezählten und deshalb noch weniger berechenbaren US-Präsidenten einstellen. Zuletzt war das Verhältnis zwischen beiden stark abgekühlt.

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