Düsseldorf – Erst die Rabatt-Schilder, jetzt die nächste Schließungsangst. Bei Galeria geht wieder die Sorge um: Bleibt meine Filiale noch offen? Nach der letzten Insolvenz sollte Deutschlands bekannteste Warenhauskette eigentlich gerettet sein. Doch nun steht offenbar erneut ein harter Sanierungsplan im Raum.
Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ stehen bei Galeria deutlich mehr Filialen auf dem Prüfstand als bislang bekannt. Innerhalb der kommenden drei Jahre könnte demnach bis zu einem Drittel der bestehenden Standorte geschlossen werden, falls Vermieter nicht erneut zu deutlichen Zugeständnissen bei den Mieten bereit sind.
Was jetzt auf dem Spiel steht
Heißt: Für viele Innenstädte droht der nächste Schlag. Galeria betreibt derzeit noch 83 Filialen. Jede Schließung würde nicht nur Mitarbeiter treffen, sondern auch Einkaufsstraßen, in denen das Warenhaus oft einer der letzten großen Anziehungspunkte ist. Hintergrund ist laut „Wirtschaftswoche“ ein neuer Sanierungsplan. Ein Kredit von bis zu 160 Millionen Euro soll demnach das Überleben der Warenhauskette sichern. Das Geld soll vom amerikanischen Unternehmen Gordon Brothers kommen.
Galeria äußert sich nicht offiziell
Doch der Kredit wäre offenbar nicht nur frisches Geld für neue Ideen. Laut Bericht dürfte ein großer Teil genutzt werden, um bestehende Schulden abzulösen. Unter anderem geht es um Forderungen der amerikanischen Investmentgesellschaft Bain Capital. Galeria selbst wollte sich der „Wirtschaftswoche“ zufolge nicht offiziell zu den aktuellen Entwicklungen äußern. Man spreche vertraulich mit den Beteiligten.
Noch ist nichts entschieden
Klar ist: Beschlossen ist der große Kahlschlag noch nicht. Viel hängt nun davon ab, ob Vermieter erneut bei den Mieten nachgeben und ob die neue Finanzierung tatsächlich zustande kommt. Für Galeria ist es trotzdem ein bitteres Déjà-vu. Schon wieder geht es um Kredite, Mieten, Schließungen und die Frage, ob das klassische Warenhaus in Deutschland noch eine Zukunft hat.