Nächster Rückschlag für Infantino! Alle 55 Uefa-Mitgliedsverbände hatten am Donnerstag dafür gestimmt, einen WM-Boykott zu unterstützen. Auch der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Kontinentalverband Concacaf lehnt Infantinos Investorenpläne geschlossen ab. Jetzt meldet sich der asiatische Fußballverband.
In einer Mitteilung heißt es: „Die AFC solidarisiert sich mit der UEFA und der CONCACAF und äußert ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Vorschlags der FIFA, private Investitionen in die wichtigsten FIFA-Wettbewerbe einzubeziehen, sowie hinsichtlich des Entscheidungsprozesses rund um die FFE.“
Der Weltverband um Präsident Gianni Infantino hatte am Dienstag angekündigt, über die geplante Tochtergesellschaft FFE mehr als vier Milliarden US-Dollar von externen Investoren einwerben zu wollen. Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach der neu gegründeten FFE organisiert werden, deren Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre. Infantino hatte angedeutet, dass die Vorschläge eine einfache Mehrheit benötigen würden, um angenommen zu werden, also 106 der 211 Mitglieder – diese hätte er nun nicht mehr.
Die AFC schreibt in der Mitteilung: „Die Tatsache, dass die Situation einen Punkt erreicht hat, an dem die reale Möglichkeit eines Boykotts der FIFA-Weltmeisterschaft in die öffentliche Debatte eingezogen ist, sollte jeden beunruhigen, dem die Zukunft unseres Sports am Herzen liegt. Der Fußball hätte niemals in eine solche Lage gebracht werden dürfen.“
Und weiter: „Vor diesem Hintergrund und angesichts der klaren Positionen der UEFA und der CONCACAF sowie der beispiellosen Spaltungen, die sich in der gesamten Fußballwelt gezeigt haben, ist die AFC der Ansicht, dass die vorgeschlagene FFE realistisch gesehen nicht den notwendigen breiten Konsens und die Einheit erreichen kann, die für weitere Schritte erforderlich sind.“
Die AFC betont: „Die FIFA-Weltmeisterschaft ist der Höhepunkt des weltweiten Fußballs und bezieht ihre Stärke aus der Teilnahme aller Konföderationen und der weltweit führenden Fußballnationen. Jeder Vorschlag, der die Einheit und den universellen Charakter des Wettbewerbs zu untergraben droht, muss überdacht werden.“
Fifa reagiert auf Kritik
Zuvor hatte die Fifa in einer Erklärung auf die heftige Kritik reagiert – und betonte im gleichen Zug, dass man an der geplanten Konsultation festhalten werde: „Wir respektieren die öffentlich geäußerten Rückmeldungen und Bedenken und bekräftigen unser Bekenntnis zu einem offenen und demokratischen Konsultationsprozess.“
Weiter hieß es: „Unser geplanter Konsultationsprozess wurde durch falsche Medienberichte gestört. Wir werden diesen Konsultationsprozess fortsetzen, um sicherzustellen, dass jeder Mitgliedsverband die Möglichkeit hat, seine Stimme auf der Grundlage von Fakten abzugeben.“
Die AFC schreibt in der Mitteilung: „Die AFC nimmt zwar die jüngste Klarstellung der FIFA zu dem Vorschlag zur Kenntnis, doch bleiben die zentralen Bedenken hinsichtlich der Governance, der institutionellen Abläufe und einer sinnvollen Konsultation weiterhin unbeantwortet.“