Berlin – Was lange weit weg schien, ist eine reelle Gefahr in Europa und Deutschland. Nach Erkenntnissen mehrerer europäischer Sicherheitsbehörden soll die Terrororganisation Hamas aktiv Anschläge in Europa vorbereitet haben – Zieldatum war offenbar der 7. Oktober 2025. Der zweite Jahrestag des Terrorangriffs auf Israel. Die Terrorzelle flog auf. Doch dass die Gefahr nicht gebannt ist, zeigen jüngste Ermittlungen.
Konkret: Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) berichtet, verdichten Festnahmen und Ermittlungen in mehreren europäischen Ländern das Bild eines weitverzweigten Hamas-Netzwerks. Verdächtige wurden unter anderem in Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Österreich, Griechenland und Zypern festgenommen. Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft planten die Beschuldigten Anschläge auf jüdische und israelische Einrichtungen in Europa. Ermittler fanden demnach sogar ein vorbereitetes Bekennervideo für einen Anschlag, ähnlich dem, wie 2023 in Israel verübt.
Zudem soll das Netzwerk Waffen quer durch Europa geschleust haben: Mindestens 13 Pistolen, ein Sturmgewehr vom Typ AK-47 und mehr als 900 Schuss Munition sollen über Dänemark, Deutschland und Österreich transportiert worden sein. Ein Waffenversteck wurde später in Wien entdeckt.
Vier Mitglieder der Hamas verurteilt
Bereits im Frühjahr waren in Berlin vier Hamas-Mitglieder zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Nach Überzeugung der Ermittler legte die Terrororganisation schon ab 2019 Waffenlager in Europa an. Im Februar 2023 soll eine Berliner Zelle den Auftrag erhalten haben, Anschläge auf jüdische, israelische oder amerikanische Ziele vorzubereiten.
Auf BILD-Anfrage ordnet Generalbundesanwalt Jens Rommel (53) die Operationen der Hamas in Europa ein: „Zur Vorbereitung von Anschlägen in Europa beschaffen und schmuggeln deren Auslandsoperateure, Sympathisanten oder auch Personen mit Bezügen zur organisierten Kriminalität Waffen. Sie besitzen häufig eine europäische Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltserlaubnis im Schengen-Raum, sodass sie sich hier ungehindert bewegen können. Sie sind hochmobil und weitreichend vernetzt. Einige verfügen über erhebliche finanzielle Ressourcen.“
Anschlag in Griechenland geplant
Für zusätzliche Beunruhigung sorgt ein aktueller Fall aus Griechenland: Anfang Juni nahmen Spezialeinheiten auf Kreta einen mutmaßlichen Hamas-Unterstützer fest – einen 37-jährigen Ägypter palästinensischer Herkunft. Sein Name laut griechischer Medien: Motasem. Auch er soll mehrere Monate in Deutschland gelebt haben. In seiner Wohnung fanden Ermittler Chemikalien und Material zum Bombenbau. Nach bisherigen Erkenntnissen plante die Zelle einen Terroranschlag auf ein israelisches Kreuzfahrtschiff in Griechenland, zum Beispiel in einem Hafen auf Kreta.