Donald Trump soll bei Fifa-Boss Gianni Infantino angerufen haben, damit der die Rot-Sperre für Ami-Stürmer Folarin Balogun zurücknimmt. Das berichten unter anderem die Nachrichtenagentur AP und „The Athletic“ (gehört zur „New York Times“). Und was passiert? Die Rot-Sperre wird zurückgenommen.
Wenn das wirklich stimmt, sage ich: Ja geht es denn noch, Mister President? Halten Sie sich da bitte raus! Als Fußball-Fan bin ich ja mittlerweile vieles gewohnt. Weltmeisterschaften in Schurkenstaaten, Ablösesummen fernab jeder Realität. Nur noch Kohle, Kohle, Kohle!
Aber dass jetzt offenbar der mächtigste Mann der Welt in die WM eingreift, als wäre sie ein Computerspiel, ist der Gipfel. Ist euch da oben denn gar nichts mehr heilig?
Greift ab jetzt die Politik ein, wenn Fußballspiele anders laufen als gewollt? Und reagiert die Fifa (in der Theorie so etwas wie die schützende Hand des Fußballs), indem sie dem stattgibt? Fair Play hat nichts mit Macht zu tun. Auf dem Fußballplatz gibt es keine Deals.
Das untergräbt die komplette Autonomie unseres Lieblingssports. Und überstrahlt große Sportskandale der Vergangenheit.
Ein halbes Jahr vor der WM bekam Trump von Infantino einen kurzerhand erfundenen Friedenspreis. Und jetzt das nächste Geschenk unter Kumpels?
Eine Idee, das ganze Dilemma noch etwas zu retten, hätte ich: Ami-Trainer Mauricio Pochettino, lassen Sie Stürmer Balogun doch bitte auf der Bank. Denn einwechseln können ihn nicht mal Trump oder Infantino.