Powell – Ein harmloser Angelausflug endete in einer unfassbaren Tragödie: Fünf Erwachsene verloren im Scioto River im US-Bundesstaat Ohio ihr Leben. Ein vorbeifahrender Pastor fotografierte die Gruppe kurz vor dem tödlichen Drama – ohne zu ahnen, dass es möglicherweise das letzte Bild der späteren Opfer sein würde. Marcus L. Martin, ein Baptistenpastor und erfahrener Bootsführer, war mit seiner Familie auf dem Fluss unterwegs, als er die Gruppe im Wasser bemerkte. Die Erwachsenen standen etwa hüfttief im Fluss und angelten. Martin kennt die Stelle seit Jahren und weiß, dass sie tückisch sein kann.
Als der Pastor auf dem Rückweg am vergangenen Sonntagabend die Gruppe abermals passierte, machte er ein Foto. „Ich weiß nicht, was es war. Ich sagte mir: ‚Ich muss dieses Bild einfach festhalten‘“, sagte er der Nachrichtenagentur AP. Der Pastor kennt die Gefahren der Stelle genau. Unter der Wasseroberfläche gibt es steil abfallende Bereiche und tückische Untiefen. Seit er erfahren hat, dass an jenem Nachmittag fünf Menschen dort ums Leben kamen, findet er kaum noch Schlaf. Es fühle sich „surreal“ an, sagt er. „Ich glaube, das Foto, das ich gemacht habe, könnte das letzte Foto sein, auf dem sie noch am Leben zu sehen sind.“
Das ist über die Toten bekannt
Nach Angaben der Polizei geriet zunächst einer der Angler im Wasser in Schwierigkeiten. Die anderen Erwachsenen versuchten, ihr zu helfen. Doch einer nach dem anderen wurde selbst von der gefährlichen Strömung erfasst. Am Ende verschwanden alle fünf in den Fluten des Scioto River. Keiner überlebte. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben honduranischer Behörden um zwei Ehepaare aus Honduras sowie einen weiteren Freund der Gruppe. Bereits identifiziert wurden Jose Mario Pineda Dias (33) und seine Ehefrau Marina Suyapa Regalado (28). Die Identität der weiteren Opfer wurde zunächst nicht vollständig veröffentlicht.
Besonders tragisch: Zwei Kinder (8, 10) wurden Zeugen des Unglücks. Ein Junge soll laut einem Zeugen panisch ans Ufer und Richtung Straße gelaufen sein, während seine Angehörigen im Wasser verschwanden. Die Kinder werden derzeit von den Behörden betreut. Die Verstorbenen sollen nach Honduras überführt werden.