Die nächste Pleite im deutschen Einzelhandel: Ein Modehändler mit 13 Standorten und 200 Beschäftigten hat erneut Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Trotz einer erst Ende 2024 abgeschlossenen Sanierung steckt das Unternehmen schon wieder in der Krise!
Doch die gute Nachricht zuerst: Alle Filialen der Kette Yeans Halle sollen zunächst geöffnet bleiben. Auch die Gehälter der Mitarbeiter sind nach Unternehmensangaben gesichert. Hinter dem Modehändler steht die Trender Jeansmode GmbH & Co. Sportswear Großhandels-KG, die in Sindelfingen (Baden-Württemberg) sitzt.
Wie der Modehändler in die Pleite rutschte
Das Unternehmen begründet den Schritt mit den weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen im stationären Modehandel. Die Branche kämpft mit schwacher Nachfrage, steigenden Kosten für den Betrieb und hartem Wettbewerb. Daraus ergeben sich für stationäre Händler erhebliche Herausforderungen. „Die Umsätze sind aufgrund der Konsumzurückhaltung rückläufig“, sagt Sanierungsgeschäftsführer Steffen Beck zu BILD. Zusätzlich habe ein Hackerangriff im Jahr 2025 hohe Kosten und Umsatzeinbußen verursacht.
Zweite Insolvenz der Kette in kurzer Zeit
Bereits Ende 2024 hatte Yeans Halle ein Sanierungsverfahren abgeschlossen. Dennoch geriet das Unternehmen schnell erneut unter Druck. Nun soll ein weiteres Programm die Zukunft des Betriebes sichern. Im Rahmen der erneuten vorläufigen Insolvenz bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt. Unterstützt wird sie von dem Turnaround-Experten Steffen Beck von der Beratungsgesellschaft Pluta. „Das Unternehmen verfügt über eine gute Marktposition. Jetzt gilt es, die notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen konsequent umzusetzen, um das Filialnetz zu sichern und das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen“, sagt Steffen Beck.
Wo sich die Filialen der Mode-Kette befinden
Yeans Halle verkauft seit mehr als 49 Jahren Jeansmode und Accessoires verschiedener Marken. Die 13 Filialen befinden sich in Amtzell, Augsburg, Karlsruhe, Kempten, Kirchheim, Kornwestheim, Leonberg, Münsingen, Sindelfingen, Singen, Stuttgart, Ulm und Viernheim. Unterdessen zieht die Branchenkrise immer mehr Firmen nach unten. So stehen auch bei der Warenhauskette Galeria 33 Filialen auf dem Prüfstand. Dort sollen Vermieter auf Einnahmen verzichten und neue Verträge abschließen.