Washington D.C. – Was für eine gigantische Show! US-Präsident Donald Trump hat am Sonntagabend mit einem Cagefight-Spektakel seinen 80. Geburtstag gefeiert. Doch es wurde auch eine politische Prozession – der US-Präsident inszenierte sich abermals als erfolgreicher Deal-Maker: Nur wenige Stunden vor dem Start des Events verkündete Trump, dass ein Friedensabkommen mit dem Iran erreicht werde. Genau diese Bühne hatte er sich dafür gewünscht: Rund 4000 Gäste waren eingeladen, die Kämpfe auf dem Gelände des Weißen Hauses zu verfolgen. Für weitere 125.000 Zuschauer waren Großleinwände eingerichtet. Und die Bilder gehen um die Welt!
Gänsehaut zur US-Hymne
Donald Trump trat um 20.25 Uhr (Ortszeit) auf den Südbalkon des Weißen Hauses, das Publikum brach in Jubel aus. Der Country-Rock-Sänger Zac Brown schmetterte zu Ehren des Präsidenten die US-Hymne „The Star-Spangled Banner“, während dutzende US-Flaggen und militärische Fahnen der „Marines“ und der „National Guard“ gehisst wurden (gestern war „Flag Day“ in den USA). Zehntausende Zuschauer auf dem Südrasen des Weißen Hauses und auf dem Fan-Fest im „Eclipse“-Park sangen mit. Auf Monitoren wurden Videoschalten zu salutierenden Soldaten auf US-Flugzeugträgern eingeblendet.
Trump-Tränen, Fäuste fliegen, wieder Donner in der Luft
Während Donald Trump ebenfalls die Hand zum militärischen „Salute“ an die Stirn hielt, düsten Jets der US Air Force mit ohrenbetäubendem Lärm über das Gelände. Man kann es mit Trump halten, wie man will – davon unberührt zu bleiben, war schwer. Als Trump schließlich durch die Menge lief, konnte man feuchte Augen erahnen. Trump-Tränen! Irre!
Um kurz vor 21 Uhr wurde es dann handgreiflich: Die Kampf-Show, den sich der US-Präsident zum Geburtstag gewünscht hatte, startete mit einem heftigen Schlagabtausch. Und es wurde nass: Während die Käfig-Kämpfer Diego Lopes (31) und Steve Garcia (34) im Achteck-Kampfring („Octagon“) unter wüstem Gebrüll des Publikums empfangen wurden, entlud sich die Hitze in Washington (35 Grad am Sonntag) in einem kräftigen Sommergewitter.
Käfig-Fighter gratulierte Trump NICHT
Der Brasilianer Lopes schickte seinen Kontrahenten schnell und mit heftigen Schwingern auf die Matte. Spannend: Nachdem er zum Sieger erklärt wurde, wurde er immer wieder gefragt, wie es sei, vor dem US-Präsidenten im Weißen Haus zu kämpfen. Aber: Lopes verzichtete auf einen Geburtstagsgruß an Trump. Die einzige Nuance von Kritik des Abends.
Der Ring blieb unter dem beeindruckenden Dach-Bogen des improvisierten Stadions („The Claw“) trocken, ebenso die Präsidenten-Tribüne. Für viele tausend Zuschauer und Fans wurde es jetzt nass – nach der drückenden Hitze und angesichts des Spektakels aber kein Problem!
Applaus für Beleidigung von Michelle Obama
Die Stimmung im Ring und auf den Rängen wurde von Kampf zu Kampf emotionaler, der Kämpfer Mauricio Ruffy (29) hielt um die Hand seiner Freundin an, viele Kämpfer bekundeten ihre Liebe zu Jesus und bekamen leidenschaftlichen Applaus. Jeder Schlag wurde frenetisch gefeiert – mit immer mehr „U-S-A“-Rufen.
Doch bei all der Gottgläubigkeit und Heimatliebe offenbarte die Kampfsport-Show auch das hässliche Gesicht Trump-Amerikas. Als Kämpfer Josh Hokit (28) bei seiner Vorstellung brüllte, dass Ex-First-Lady Michelle Obama (62) ein Mann sei, grölten und jubelten hunderte stolze Amerikaner auf der ehrwürdigen „South Lawn“ – wo schon die Töchter der Obamas spielten. Was für ein Erlebnis diese Nacht war: Zuerst Gänsehaut, dann Ekel.
Nach dem Käfigkampf fliegt Trump als siegreicher Deal-Maker zum G7-Treffen
Unmittelbar nach den Feierlichkeiten reiste US-Präsident Donald Trump nach Europa – zu einem Gipfeltreffen der G7 in Evian-les-Bains an der französischen Seite des Genfersees. So kritisch viele Staatschefs in den letzten Monaten mit Trump waren – am Montag werden sie ihm zum Geburtstag gratulieren und für den Iran-Deal danken. Die Beziehung zu den USA ist so gegensätzlich, wie die große Show zum Präsidenten-Geburtstag am Sonntagabend war.