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CDU: Bruderkrieg gegen Friedrich Merz nach Entlassung von Patrick Schnieder

CDU: Bruderkrieg gegen Friedrich Merz nach Entlassung von Patrick Schnieder
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Berlin – Dicke Luft in den CDU-Führungsgremien. BILD erfuhr: Nach der Chaos-Woche um die teils aus dem Ruder gelaufene Kabinettsumbildung entlud sich im CDU-Präsidium und dem CDU-Bundesvorstand massive Kritik an Parteichef Friedrich Merz. Hauptvorwurf: Ein als würdelos aufgefasster Umgang mit dem in der Partei beliebten, aber von Merz geschassten Ex-Verkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU).

Pikant: Im Präsidium war es dessen Bruder Gordon Schnieder (51), der das Feuer eröffnete. Der Rheinland-Pfalz-Regent soll Merz sehr deutlich gesagt haben, dass es ihm an Anstand, Würde und Respekt im Umgang mit dem Minister gemangelt habe. Er könne deshalb auch nichts mehr daran ändern, dass die entsetzte CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz ein Treffen mit Merz abgesagt habe. Tatsächlich hatte Merz seinen Verkehrsminister im Urlaub angerufen, um ihm mitzuteilen, dass er seinen Job im Kabinett verlieren soll.

Als der von Merz auserkorene Nachfolger Fritz Güntzler (60, CDU) dann absprang, begann für Schnieder eine demütigende Hängepartie. Dessen geplante Entlassung war schon öffentlich geworden, doch ein Nachfolger war kurzfristig nicht mehr in Sicht. Merz sparte bei einem Auftritt das Thema zunächst aus und beschränkte sich auf Andeutungen. Schnieder zog daraufhin am Sonntag die Reißleine und kündigte an, Merz um seine Entlassung zu bitten und den „unwürdigen Zustand“ („Dead Man Walking“, lästerten manche in der Partei) zu beenden.

CDU in Rheinland-Pfalz verärgert

Nun rätselt man in der CDU, ob sich Merz die Sache mit Schnieder wirklich gut überlegt hat. DENN: Es dürfte dauern, bis Gordon Schnieder diesen Umgang mit seinem Bruder Patrick verzeihen wird, heißt es – wenn das überhaupt jemals passiert. UND: Mit dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz hat der Kanzler einen mächtigen Gegner. Sollte Schnieder irgendwann Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz werden, könnte er Merz das Leben noch schwer machen. Bruderkrieg gegen den Kanzler!

Schnieder spiegelt mit seiner deutlichen Kritik aber auch die Wut an der Basis. Die CDU in Rheinland-Pfalz tobt. Mit Schnieder ist ihr Aushängeschild aus dem Kabinett entfernt worden. Dass CDU-Rheinland-Pfalz-General Johannes Steiniger (39, CDU) jetzt Staatssekretär in Berlin werden soll, ist allenfalls ein Trostpreis.

Merz hat mit Schnieders gesprochen

Auch im CDU-Bundesvorstand äußerten mehrere Teilnehmer deutliche Kritik am Stil von Merz. Der hatte die Mitglieder des mächtigen Gremiums zunächst mit der Aussage beschwichtigen wollen, sie sollten sich nicht von negativen Schlagzeilen treiben lassen. Mechthild Heil (64, CDU) aus Rheinland-Pfalz konterte dann, es gehe ihr nicht um Medienberichte, sondern um die Stimmung an der Basis. Sie soll mit ihrer Kritik das Trommelfeuer eröffnet haben.

Danach brach es auch aus anderen Bundesvorstands-Mitgliedern heraus. Der Gipfel war erreicht, als Bremens CDU-Landeschef Heiko Strohmann (58) zu Merz sagte: „Sie leiten hier keine Firma, sondern eine Partei.“ So viel interne Kritik am Kanzler war selten.

Merz versuchte bei seinem Auftritt danach, die Wogen zu glätten. Er habe mit beiden Schnieders noch mal gesprochen, und auch mit der Mainzer Landtagsfraktion werde er sich wieder treffen. Wenn Merz sich da mal nicht täuscht ...

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