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Blutkonserven: Hacker manipulieren Kühlschränke auf 110 Grad

Blutkonserven: Hacker manipulieren Kühlschränke auf 110 Grad
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Paris – Hacker heizten Kühlanlagen in Supermärkten auf, tonnenweise Lebensmittel verdarben. Der neuste Angriff von Kriminellen zielte jetzt offenbar auf lebensrettende Blutkonserven! Mehrere Kühlschränke, in denen Blutvorräte gelagert werden, seien von unbekannten Hackern von minus 30 Grad auf 110 Grad umprogrammiert worden, berichtete der Sender BFM am Mittwoch.

Der französische Blutspendedienst bestätigte den Cyberangriff auf drei Anlagen eines Dienstleisters. Ein Techniker habe die Umprogrammierung schnell entdeckt, es habe daher keine Schäden gegeben.

Blutkonserven konnten gerettet werden

„Die Sicherheit der Produkte wurde nicht beeinträchtigt“, sagte der Leiter des Blutspendedienstes, Frédéric Pacoud, dem Sender BFM. Wäre der Cyberangriff nicht so schnell entdeckt worden, hätten Blutkonserven verloren gehen können, die für Patienten bestimmt sind. Bei den gelagerten Produkten habe es sich um Plasmabeutel gehandelt, die für Transfusionen gedacht seien, sowie um Plasma zur Herstellung von Medikamenten. Ähnlich wie bei den Cyberattacken auf Kühlanlagen der Supermärkte in mehreren europäischen Ländern nutzten die Hacker die Tatsache, dass die Betriebstechnik sich online steuern lässt. Die französische Cybersicherheitsbehörde und das Gesundheitsministerium des Landes ermitteln.

Cyberkriminelle hacken Industrie-Systeme

In den vergangenen Tagen gab es Angriffe auf die Kühlungsanlagen von Lebensmitteln in Supermärkten in Deutschland, Belgien, Estland, Finnland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Rumänien und Schweden. Vor drei Wochen hatte es bereits einen massiven Cyberangriff auf veraltete Kühlanlagen eines dänischen Herstellers in französischen Supermärkten gegeben. Überall mussten große Mengen an Lebensmitteln weggeworfen werden.

Nach Ansicht von Experten ist die industrielle Infrastruktur besonders anfällig für solche Angriffe, da sie IT-Systeme mit oft veralteten Anlagen verbindet. Durch das Eindringen in diese Systeme können Hacker die Maschinen kapern und Störungen in der realen Welt verursachen. Wer hinter den Angriffen steckt und welches Motiv die Täter haben, ist bislang unklar.

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