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„Überall wurde ich ausgebuht“: Timo Werner packt über seine schwerste Zeit aus

„Überall wurde ich ausgebuht“: Timo Werner packt über seine schwerste Zeit aus
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Es läuft für Timo Werner (30) in den USA! Mit MLS-Klub San José Earthquakes hat der deutsche Ex-Nationalspieler die Meisterschafts-Playoffs sicher.

Im US-Podcast „The Late Run“ sprach der Stürmer nun über seine bisherige Karriere und gibt ehrliche, bewegende Einblicke. Werner auf perfektem Englisch über ...

... seine erste Zeit bei Bundesligist RB Leipzig (2016-2020): „Es ist ziemlich schade, dass wir mit dem Team von damals keinen Titel gewonnen haben. Wir haben zwar den Pokal geholt, aber die Meisterschaft haben wir nie gewonnen. Wir hatten wirklich eine unglaubliche Mannschaft. Ich hatte großartige Teamkollegen. Es ist einfach schön zu sehen, wie sie sich entwickelt haben.“ Werner verweist auf Dani Olmo, Dayot Upamecano, Ibrahima Konaté und Dominik Szoboszlai.

Warum es nicht zum Meister-Titel gereicht hat? „Uns fehlte die Erfahrung. Wir waren eine sehr junge Mannschaft – voller Energie und Qualität, aber in entscheidenden Momenten haben wir manchmal die falschen Entscheidungen getroffen.“

Und weiter: „Wir sind in den Duellen mit den Bayern oder Dortmund immer über uns hinausgewachsen. Aber in den vermeintlich leichten Spielen haben wir es dann oft vermasselt. Ich glaube, genau deshalb sind wir nie Meister geworden. Gerade die Bayern sind da einfach unglaublich: Sie fahren irgendwohin, gewinnen 5:0, fahren wieder nach Hause – fertig, drei Punkte im Sack.“

... über große Spiele – wie 2019, als der Klub Tottenham im Champions-League-Achtelfinale (3:0/1:0) ausgeschaltet hat: „Ich erinnere mich noch, wie wir nach London fuhren – in ihr neues Stadion. Es war ein unglaubliches Gefühl, dort anzukommen. Wir fühlten uns fast wie eine Jugendmannschaft, die einen Städtetrip nach London macht. Unsere Familien waren auch dabei – das sind Momente, die man sein ganzes Leben lang nicht vergisst.“

So blickt Timo Werner auf seine Karriere zurück

... worüber er stolz ist in seiner Karriere: „Ich könnte jetzt sagen, auf die vielen Tore, auf die Anzahl meiner Länderspiele oder Einsätze in der Champions League – darauf bin ich natürlich auch stolz. Aber am meisten bin ich stolz, dass ich so viele extrem schwierige Phasen durchlebt habe. Ich saß zu Hause und war wirklich, wirklich am Boden. Ich habe mich gefragt: ‚Was zur Hölle? Egal in welches Stadion ich komme, überall werde ich ausgebuht.´ Sie haben Lieder über mich gesungen, sich ständig irgendwelche Dinge ausgedacht – es war wirklich hart. In keiner Stadt, in die ich kam, konnte ich in Ruhe bleiben, weil sie mich überall verfolgt haben.“

Er betont: „Aber ich habe immer weitergemacht, ich habe nie das Handtuch geworfen. Ich bin immer wieder auf den Platz gegangen, obwohl ich wusste, dass mich 60.000 oder 70.000 Leute ausbuhen. Ich habe all diese schweren Momente überstanden, um am Ende noch schönere Erlebnisse zu haben.“

... über die deutsche Nationalmannschaft, für die er 24 Tore in 57 Spielen gemacht hat: „Sie haben jetzt einen guten Trainer, aber sie hatten auch schon früher gute Trainer. Es hat einfach nie so richtig funktioniert. Womöglich waren Generationen aus anderen Ländern einfach besser. Unsere Generation war von 2010 bis 2018 wirklich stark. Aber irgendwann geht alles zu Ende. Jetzt müssen sie einen Neuaufbau starten. Zwischen unseren Weltmeistertiteln lagen immer so 20 bis 25 Jahre. Wir hatten in den letzten Jahren in Deutschland einfach etwas Pech, – oder vielleicht den falschen Anspruch – dass wir immer ganz oben stehen müssen. Wir müssen uns eben wieder zurückkämpfen; das braucht Zeit. Ich finde es gut, dass jetzt eine neue Generation nachrückt – sie sollen versuchen, es noch besser zu machen als meine Generationen.“

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