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Bargeld-Pflicht: Autovermieter schlagen Alarm bei Klingbeil

Bargeld-Pflicht: Autovermieter schlagen Alarm bei Klingbeil
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Berlin/Brüssel – Bargeld-Streit bei Mietwagen! Die EU-Kommission will die Annahme von Bargeld in Europa stärken. Doch ausgerechnet die größten Autovermieter schlagen jetzt Alarm. Ihr Vorwurf: Die geplante Bargeldpflicht könnte Kriminellen in die Hände spielen. BILD liegt exklusiv ein gemeinsamer Brief führender Autovermieter an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil vor. Die Unternehmen warnen vor massiven Sicherheitsrisiken, sollte die EU Autovermieter künftig zur Annahme von Bargeld verpflichten.

Drogenschmuggel, Menschenhandel, Geldwäsche

Hintergrund ist der EU-Verordnungsentwurf „Legal Tender of Cash“. Die Europäische Kommission will damit den Status von Euro-Banknoten und Euro-Münzen als gesetzliches Zahlungsmittel stärken. Konkret sieht der Entwurf vor: Zahlungsempfänger dürfen Bargeld künftig grundsätzlich nicht ablehnen. Doch die Branche warnt: Was im Supermarkt sinnvoll sein mag, kann bei Mietwagen zum Sicherheitsrisiko werden.

Bei der Autovermietung sind digitale Zahlungsmittel aus Sicherheitsgründen Branchenstandard. Vor allem Kreditkarten dienen nicht nur der Bezahlung, sondern auch der Identitätsprüfung.

Dieser Sicherheitsmechanismus würde aus Sicht der Autovermieter durch eine Bargeldpflicht geschwächt, die Anonymität von Transaktionen erhöht und das Nachverfolgen missbräuchlicher Nutzung von Mietfahrzeugen erschwert – etwa im Kontext organisierter Kriminalität: Drogenschmuggel, Geldwäsche oder Menschenhandel.

„Bargeld erleichtert die Verschleierung der Täterschaft erheblich“, so die Branchenvertreter. Zudem erhöhten große Bargeldbestände an Mietstationen das Überfallrisiko, der Schutz von Mitarbeitern sei dadurch beeinträchtigt.

Brisant: Nach Darstellung der Unternehmen werden Autovermietern bereits heute „in nicht geringem Umfang“ gefälschte Führerscheine und Ausweisdokumente vorgelegt. Digitale Zahlungsmittel hingegen wirkten abschreckend, weil der Name auf Kreditkarte, Führerschein und Ausweis übereinstimmen muss.

Auch der Verband der internationalen Autovermieter (VIA) übt Kritik am Vorschlag. Der Verband fordert eine neue Ausnahmeklausel im EU-Entwurf. Konkret: Wer ein Auto im Wert von mehr als 10.000 Euro mietet, soll auch künftig nicht anonym mit Bargeld zahlen können.

Die Autovermieter fordern von Vizekanzler Lars Klingbeil, die Position der Branche in den anstehenden EU-Verhandlungen „nachdrücklich“ zu vertreten. Fest steht: Brüssel will Bargeld stärken, doch Autovermieter sind überzeugt: Das könnte am Ende die falschen Leute freuen.

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