Wirtschaft

Bald fehlen 4,3 Millionen Arbeitskräfte – Lücke in Deutschland viel größer als erwartet

Bald fehlen 4,3 Millionen Arbeitskräfte – Lücke in Deutschland viel größer als erwartet

Die Arbeitskräftelücke wird einem Zeitungsbericht zufolge in den kommenden zehn Jahren größer ausfallen als bislang angenommen. Bis 2036 dürften 4,3 Millionen Arbeitskräfte fehlen und damit über eine Million mehr als bislang erwartet, wie die „Rheinische Post“ aus einer ihr vorliegenden Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berichtet. Noch vor zwei Jahren hatte das Institut diese Differenz zwischen ausscheidenden und neuen Arbeitskräften noch mit knapp drei Millionen beziffert. Die Lücke ist demnach um gut 1,3 Millionen größer als 2024 geschätzt.

Die Revision ist den Angaben nach eine Folge einer neuen Bevölkerungsvorausberechnung, die auf neueren Daten des Statistischen Bundesamts beruht. Demnach hat sich der demografische Ausblick für Deutschland verschlechtert. So dürfte nach den neuen Daten der Bevölkerungsstand bis 2045 um 2,9 Prozent auf etwa 81,1 Millionen Personen sinken.

Bislang war das IW von einem moderaten Wachstum bis 2040 ausgegangen. Als einen Grund dafür nennt das Institut die Migrationswende der Bundesregierung, durch die deutlich weniger neue Einwanderer nach Deutschland kommen, wie die Zeitung berichtet. Zudem nehme das Interesse an Deutschland aber auch wegen der anhaltenden Schwäche der Wirtschaft und wachsender Arbeitsmarktprobleme ab.

Anwerbung ausländischer Fachkräfte „ausbaufähig“

Das Erwerbspersonenpotenzial soll deshalb bis 2036 von 55 Millionen im vergangenen Jahr auf dann nur noch 51,2 Millionen Personen sinken. 2045 sollen es nur noch 50,4 Millionen sein.

Die Politik müsse daher mehr tun, um das Arbeitskräftepotenzial zu erhöhen, heißt es laut dem Blatt in der IW-Studie. Die Anwerbung ausländischer Fachkräfte sei noch „ausbaufähig“. Im Inland gebe es ungenutztes Potenzial vor allem bei ausländischen Frauen.

Zudem müsse die Pro-Kopf-Arbeitszeit gesteigert werden. „Von zentraler Bedeutung ist dabei die Frage, inwieweit arbeiten sich lohnt“, wird das Institut zitiert. „Selbst die meisten Vollzeitbeschäftigten könnten sich eine Ausweitung ihrer Arbeitszeit vorstellen, wenn die Belastung mit Steuern und Sozialbeiträgen geringer wäre.“

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