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Außenminister von Israel zum Iran: „Wenn wir handeln müssen, werden wir handeln“

Außenminister von Israel zum Iran: „Wenn wir handeln müssen, werden wir handeln“
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Jerusalem/Teheran – Israels Außenminister Gideon Saar (59) hat den Iran jetzt im BILD-Interview vor einem erneuten Angriff auf Israel gewarnt und weitere israelische Militärschläge nicht ausgeschlossen. „Wir streben keine Eskalation an. Aber wenn Iran den Fehler macht, uns anzugreifen, werden wir entschieden reagieren“, sagte Saar im Gespräch mit BILD-Vize Paul Ronzheimer in Israel.

Nach den Angriffen der vergangenen Monate sei der Konflikt aus seiner Sicht keineswegs beendet. Zwar habe Israel das iranische Atomprogramm zurückgeworfen, sagte Saar. „Es ist nicht vollständig verschwunden. Ihre Absichten haben sich nicht geändert. Sie wollen immer noch Atomwaffen haben.“ Deshalb bleibe die israelische Strategie unverändert.

Saar: „Iran wird keine Atomwaffen haben“

„Iran wird keine Atomwaffen haben. Das ist für uns existenziell.“ Sollte Israel zu dem Schluss kommen, erneut handeln zu müssen, werde man dies auch tun. „Wenn wir in Zukunft wieder handeln müssen, werden wir wieder handeln. Wir werden dabei keine Kompromisse eingehen.“ Über mögliche militärische Optionen wollte Saar nicht sprechen. Zu operativen Fragen äußere sich Israel grundsätzlich nicht öffentlich. Seine Botschaft war dennoch eindeutig: Alle Optionen blieben auf dem Tisch, solange Teheran an seinem Atomprogramm festhalte.

Lob fand Saar für US-Präsident Donald Trump (80). Dieser habe bewiesen, „nicht nur mit Worten, sondern mit Taten“, dass er verhindern wolle, dass Iran Atomwaffen entwickelt. Trump habe damit „Führungsstärke gezeigt“. Israel begrüße, dass in Washington „ein Präsident und eine Regierung an der Macht sind, die sich demselben Ziel verpflichtet fühlen“.

Auch das Treffen zwischen Trump und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) im Weißen Haus bewertete Saar positiv. Sein Eindruck sei, „dass es ein gutes Treffen war, das die Allianz zwischen unseren beiden Staaten gestärkt hat“.

Mit Blick auf das Abkommen zwischen den USA und dem Iran machte Saar deutlich, dass Israel daran nicht beteiligt gewesen sei. Gleichzeitig warf er Teheran vor, sich nicht an die Vereinbarungen zu halten. „Die Frage sollte den Iranern gestellt werden: Warum halten sie sich nicht an das, was sie unterschrieben haben?“

Saar warnt vor Angriffen auf Handelsschiffe

Besonders besorgt zeigte sich Saar über die Angriffe auf die internationale Schifffahrt. „Wenn diese moderne Piraterie in der Straße von Hormus, im Bab al-Mandab und im Roten Meer zur Normalität wird, wird das enorme Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben.“ Energiepreise würden steigen und die Folgen seien weltweit zu spüren. Die internationale Gemeinschaft müsse deshalb „sehr entschlossen“ handeln. Was „sehr entschlossen“ bedeute, wollte Saar hingegen nicht sagen.

Zur Lage im Iran sagte Saar, aus seiner Sicht gäben inzwischen die Revolutionsgarden den Ton an. Sie seien eng mit Modschtaba Chamenei (56) verbunden. Dass der neue Machthaber bislang kaum öffentlich aufgetreten sei, bezeichnete der Außenminister als „sehr seltsam“. „Ich will nicht spekulieren, aber es ist ungewöhnlich, dass ein Staatschef nie öffentlich erscheint.“

Insgesamt zeichnete Saar das Bild einer äußerst fragilen Lage. Eine dauerhafte Entspannung sieht er nur, wenn Iran endgültig auf Atomwaffen verzichtet. Bis dahin gilt aus seiner Sicht: „Iran wird keine Atomwaffen haben. Das ist unsere Strategie.“

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