Politik

Andy Burnham ist neuer Premier von Großbritannien

Andy Burnham ist neuer Premier von Großbritannien
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London (Großbritannien) – Andy Burnham (56) ist neuer Premierminister des Vereinigten Königreichs. König Charles III. empfing den Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei am Montag in Audienz und beauftragte ihn mit der Regierungsbildung. Burnham nahm den Auftrag des Monarchen an und vollzog die traditionelle Zeremonie des Handkusses bei seiner Ernennung zum Premierminister und Ersten Lord des Schatzamtes.

Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester folgt seinem Parteikollegen Keir Starmer (63), der unter großem Druck im Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte. Wegen seiner Beliebtheit in Manchester wird Burnham als „König des Nordens“ bezeichnet. Seit Wochen gilt er als Hoffnungsträger für Labour, das Königreich doch noch aus der Krise zu führen.

Unter Starmer hatte die Partei im Sommer 2024 einen überzeugenden Wahlsieg errungen, die komfortable Mehrheit im Parlament aber wegen interner Streitigkeiten nie wirklich genutzt. Seit Monaten liegt die rechtspopulistische Partei Reform UK in Umfragen teils deutlich vorn.

Der Neue sieht sich als Mann der Basis

Am Freitag war Burnham zum neuen Labour-Vorsitzenden ernannt worden. Er beschrieb sich in seiner Antrittsrede selbst als Mann der Basis. Der Politiker gilt als klassisch sozialdemokratisch, links der Mitte verortet. Er versprach, die Kontrolle über Wasser, Energie, Wohnungsbau und öffentliche Verkehrsmittel wieder stärker in die öffentliche Hand zu bringen. Die in London konzentrierte politische und wirtschaftliche Macht will er in die Regionen verlagern. Eine vollständige Rückkehr in die Europäische Union scheint auch unter dem neuen Premier ausgeschlossen.

Der neue Regierungschef steht vor vielen der Probleme, die sein direkter Vorgänger Starmer nicht hatte lösen können. Die britische Wirtschaft schwächelt, außenpolitisch verliert die Nation an Bedeutung. Die Bevölkerung leidet unter sozialer Ungleichheit und sehr greifbaren Faktoren wie Wohnungsnot und hohen Energiekosten.

Die Gepflogenheiten in Westminster kennt der Labour-Mann aber ganz genau. Im Kabinett des damaligen Premierministers Gordon Brown war er in den 2000er-Jahren unter anderem Gesundheitsminister. In den Jahren 2010 und 2015 hatte er bereits zweimal erfolglos versucht, an die Spitze der Labour-Partei gewählt zu werden. Die Ernennung am Freitag erfolgte ohne Gegenkandidaten.

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